Fischereiverein Heilbronn e.V.

gegründet 1887

A n g e l n  -  E n t s p a n n e n  -  H e g e n  -  S c h ü t z e n  -  P f l e g e n

:::Projekt Böllinger Bach:::

Durchgängigkeit am Altböllinger Hof zwischen Biberach und Obereisesheim wiederhergestellt: Bei einer Gewässerbegehung im Frühjahr 2004 mit Vertretern der zuständigen Wasserbehörde wurde festgestellt, dass die Stauhaltung am Fuße des Altböllinger Hofes nicht mehr benötigt wird. Die Stauhaltung sollte im Falle eines Feuers der Feuerwehr zur Wasserentnahme dienen. Inzwischen ist hierfür eine eigene Wasserversorgung installiert und die Stauhaltung somit überflüssig geworden. Die Staueinrichtung wurde im Laufe des Jahres 2004 entfernt und somit die Durchgängigkeit für Fische und andere im Wasser lebende Organismen, der so genannte Makrozoobenthos, wiederhergestellt. Die freie Durchwanderbarkeit der Fließgewässer ist für alle im Wasser lebenden Tiere von essentieller Bedeutung. Nicht nur die alljährliche Laichwanderung zu den meist flussaufwärts gelegenen, gut durchströmten Laichgebieten fordert diese Maßnahme, sondern auch jahreszeitlich bedingte Situationen, zwingen Fische verschiedenste Habitate aufzusuchen, wie z.B. geeignete Nahrungsgebiete, Wintereinstände, Verstecke, Jungfischhabitate, ...

vorher nachher

Der Böllinger Bach am Fuße des Altböllinger Hofes: Eine unpassierbare Stauhaltung mit einer Höhendifferenz von ca. 80cm verhindert jegliche Wanderung von im Wasser lebenden Tieren. Deutlich ist die Aufschlammung im Bereich des Wehres zu erkennen. Sie erstickt alles Leben in der Gewässersohle des Baches => die Selbstereinigungskraft geht verloren.

Ein Jahr später: Die roten Pfeile markieren die Reste der entfernten Staumauer. Der Bach hat sein Gesicht wiederbekommen. Die Schlammablagerungen wurden durch die erhöhte Fließgeschwindigkeit abgetragen => die Sohle wird wieder durchströmt und mit Sauerstoff versorgt => das Leben kehrt in diesem Bereich wieder zurück => die Selbstreinigungskraft nimmt zu...

Die Stauwurzel = der Einflussbereich des Wehres, in dem es aufgrund reduzierter Fliessgeschwindigkeit (=>geringe Schleppkraft) zur Aufschlammung/Sedimentation kommt. Hier ist die Gewässersohle komplett mit Schlamm bedeckt =>  Sauerstoffmangel in der Sohle ist die Folge => Fäulnisprozesse bewirken die Bildung von stinkendem Faulschlamm => Erschütterungen bewirken Ausgasungen von Schwefelwasserstoff => hier ist kaum mehr Leben im Wasser möglich.

Auch der Bereich des Oberwassers hat sich in der kurzen Zeit weitestgehend regeneriert.  Die Schlammablagerungen sind auch hier in großen Teilen abgetragen worden. Die erhöhten Schleppkräfte des Gewässers transportieren wieder Geröll den Bach hinunter => Geschiebeaktivierung verhindert eine weitere Tiefenerosion des Gewässers. Dieser Abschnitt wird nun wieder von vielen Arten als neuer Lebensraum zurückerobert...


...weitere Hindernisse am Böllinger Bach, für die es gilt eine Lösung zu finden...

Ehemaliges Mühlwehr beim Altböllinger Hof => außer Funktion: da keine Aufstiegshilfe vorhanden ist, kann das Wehr nicht passiert werden => unüberwindbares Wanderhinderniss.

Wehranlage beim Tierheim in Obereisesheim: Dieses gewaltige Wehr überbrückt eine Höhendifferenz von 3-4m. Der Böllinger Bach unterquert im Anschluss an das Wehr in einem etwa 250m langen Tunnel die Neckartalstraße und das Tierheim...

Mündungsbereich des Böllinger Bachs: Die Schlüsselstelle für die Besiedlung des Böllinger Baches mit neuem Leben stellt die Mündung in den Alten Neckar bei Neckarsulm in Höhe des Parkplatzes Kolbenschmidt dar. Hier verhindert ein ca. 2m hoher, unüberwindbarer Sturz, das Einwandern jedweder Art. Viele Fische steigen aus den großen Flüssen in kleine Seitengewässer auf, da sie dort jahreszeitlich bedingt besser geeignete Lebensbedingungen finden. So stehen Jahr für Jahr tausende Fische vor der Mündung des Böllinger Baches und warten vergebens dort Einlass zu erhalten...

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