Fischereiverein Heilbronn e.V.

gegründet 1887

A n g e l n  -  E n t s p a n n e n  -  H e g e n  -  S c h ü t z e n  -  P f l e g e n

Projekte des Fischereivereins Heilbronn e.V. - Seit der Gründung des Vereins galt unser besonderes Augenmerk der Qualität, der von uns bewirtschafteten Gewässer. Große Anstrengungen wurden Unternommen die heimische Fischfauna, sowie die Gewässer durch Hege und Pflege für nachfolgende Generationen zu erhalten. Diesen Aufwand betreibt unser Verein seit nunmehr 117 Jahren - sprich somit auch während Zeiten, in denen Umweltschutz und Gewässerökologie in der breiten Öffentlichkeit kaum bekannt war und es um unsere Gewässer überhaupt nicht gut stand.  Dennoch haben wir unseren Schützlingen damals nicht den Rücken gekehrt, sondern uns noch stärker um ein ordentliche Wasserqualität bemüht. Mit dem Erreichen einer in Baden-Württemberg beinahe durchgehenden Gewässergüteklasse von II seit Mitte der 90iger Jahre, haben sich unsere Aufgaben gewandelt. Selbstverständlich verstehen wir uns auch heute noch als Anwälte der Gewässer. Heute aber kämpfen wir für durchgängige Gewässer und Renaturierung begradigter Abschnitte. Die Sünden der 60er und 70er Jahre, sowie deren Auswirkungen, die zum Teil erst jetzt zum Tragen kommen, gilt es zu begleichen. Durch den Querverbau (=Wehre) der Gewässer zum Gewinn "ökologischer" Energie mit Wasserkraft veränderten sich die Charakter der Gewässer massiv. Wenn man sich überlegt, dass ein solches Wasserkraftwerk nur einen winzigen Bruchteil an Strom im Vergleich zu einem Kohle- bzw. Kernkraftwerk erzeugt, aber die verheerenden Auswirkungen durch den Bau eines solchen dagegenstellt, leuchtet es jedem ein, dass diese Art der Energieerzeugung absolut unsinnig ist. Die Förderung dieser Energiesparte entwickelt sich wohl zu einer "unsinnigen Sünde" der heutigen Zeit. Das Aufstauen vor den Turbinen, bewirkt eine verminderte Fliessgeschwindigkeit und führt zur einer beschleunigten Sedimentation am Gewässergrund. Schwebstoffe setzten sich ab und verstopfen den so wertvollen Lebensraum des Zwischenlückensystems der Gewässersohle auf mehrere Kilometer stromauf (Rückstaubereich). Dies hat eine erniedrigten Sauerstoffgehalt zur Folge, der ein Existieren O2 empfindlicher Arten verhindert - der Lebensraum geht für diese Organismen verloren. Fische verlieren ihre Laichgründe, weil auch ihr Laich auf Sauerstoff angewiesen ist - die Eier verpilzen. Es kommt zu Reproduktionseinbußen bzw. diese fallen ganz weg. Arten die zuvor untypisch für einen Flussabschnitt waren, finden sich plötzlich in dem künstlich geschaffenen Habitat, andere, flusstypische Arten gehen verloren. Die Querverbauungen verhindern aber auch ein Aufsteigen der Wanderfischarten, die zur Frühjahrszeit versuchen, ihre stromauf gelegenen Laichgebiete zu erreichen. Somit fallen längerfristig auch diese Arten weg. Zudem gibt es meistens keine vernünftige Regelung für eine angemessene Restwassermenge in den häufig strukturreichen Mutterbetten/Restwasserstrecken, da die Kraftwerksbetreiber jeden Tropfen über die Turbinen leiten. Diese Mutterbetten sind aufgrund ihrer reichen Struktur allzu oft die Kinderstuben der Fische. Fallen diese Trocken, kommt es zu weiteren Verlusten.
Die Begradigung und der harte Verbau der Flüsse hat eine Verkürzung der Fliessstrecke und somit eine erhöhte Fliessgeschwindigkeit zur Folge. Die Folgen sind Tiefenerosion (der Bach/Fluss gräbt sich ein => Steilufer) und Verlust der Struktur (Totholz, Wurzeln, Unterspülungen, ...). Den Organismen wird so ihr Lebensraum entzogen, das Gewässer verliert an Attraktivität für die Bewohner. Arten wandern ab oder verenden. Es setzt also ein Artensterben ein. Diesem Übel wirken wir entgegen mit ganz konkreten Forderungen und Projekten. Erste Erfolge haben sich zum Teil schon eingestellt. Die Schwerpunkte unserer heutigen Arbeit sind:

Gewässer

Projekt

geplante Fertigstellung

Kocher

=> Schaffung der Durchgängigkeit des Wehres in Kochertürn durch Bau einer rauen Rampe mit einer ausreichend großen Wasserabgabe für das Mutterbett
=> Anlegen von Laichstrukturen (Biotope, Totholz, ...)
=> Wiedereinbürgerung des Strömers

=> 2005/6

=> ab 2005
=> 2005?

Brettach

=> Schaffung der Durchgängigkeit des Wehres in Weißlensburg und Scheppach durch Bau einer rauen Rampe mit einer ausreichend großen Wasserabgabe für das Mutterbett
=> Aufbau einer Edelkrebspopulation

=> 10/2004

=> 2005/6

Böllinger Bach

=> ökologisch durchgängige Anbindung der Mündung an den Alten Neckar in NSU und Renaturierung des begradigten Unterlaufs
=> Schaffung der Durchgängigkeit der vorhandenen Wehre (3) durch Bau von rauen Rampen oder Umgehungsgerinnen mit ausreichender  Wasserabgabe für das Mutterbett

=> 2004

=> 2005-2009

Sulm

=> Verbesserung der Gewässerstruktur, durch Anlegen neuer Strukturen mit Flussbausteinen etc.

=> ab 2005

Seckach

=> Schaffung der ökologischen Durchgängigkeit an entsprechenden Wehren durch raue Rampen und entsprechende Abgaben an Mindestwassermenge
=> Stärkung des vorhandenen Äschenbestandes
=> Aufbau einer Edelkrebspopulation

=> 2004

=> laufend
=> 2005

Sulzbächle

=> Bachpatenschaft der Jugendgruppe: Verbesserung der Struktur und ökologisch durchgängige Anbindung an die Brettach

=> ab 2004

alle

=> Kartierung der Strukturen und Morphologie, sowie Ausarbeitung und Umsetzung von Verbesserungsmaßnahmen
=> Gewässer- / Uferreinigung von Abfällen etc.

=> ab 2004
=> laufend

Weiterhin werden Bestandsaufnahmen mittels Elektrobefischung vorgenommen und entsprechende Hege- bzw. Besatzpläne erstellt. Eine genaue Gewässerkartierung - vorerst nur am Kocher - ist in Arbeit.
Ziel muss es sein in absehbarer Zeit unsere Fließgewässer wieder so zu renaturieren, dass eine natürliche Reproduktion vieler heimischer Fischarten gewährleistet sein kann.


Kampf dem indischen Springkraut

Heilbronner Fischerei-Jugend beim Arbeitseinsatz entlang der Seckach und des Kochers - Deshalb gingen sie dem indischen Springkraut an den Kragen beziehungsweise an den Stängel. Bewaffnet mit Hacken, Sensen und Handschuhen kämpften sich 13 Jugendliche und sechs erwachsene Mitglieder durch meterhohe Brennnesseln an der Seckach zwischen Valettwehr und Kläranlage Roigheim entlang. Das gleiche geschah an der Kocherstrecke Oedheim mit acht tatkräftigen Helfern. Das Gelände verlangte von allen Teilnehmern das Äußerste und ließ alle Mithelfer arg ins Schwitzen geraten. Trotz der anstrengenden Arbeit konnte sich das Ergebnis sehen lassen. Dank der Arbeitseinsätze aus den Vorjahren stellen die Fischer bereits einen starken Rückgang des Pflanzenvorkommens fest. Das indische Springkraut, eingeführt als Gartenpflanze, hat sich an unseren Gewässern stark vermehrt. Die Pflanze verdrängt heimische Pflanzen und Insekten. Deshalb wollen die Fischer solche Aktionen auch in Zukunft durchführen, weil sie lebensnotwendig sind für die Fauna und Flora. (red)

(aus der Heilbronner Stimme 13.06.2002)


:::Reinigung des Massenbachs im Herbst 2001:::

Der Massenbach mündet zwischen Schwaigern und Leingarten in den Leinbach. Der Arbeitseinsatz am 3.10.2001 war dringend notwendig, da die Gefahr bestand, dass dieser Bach zu einer Müllkippe verkommt und jegliches Leben darin zugrunde geht. Die Helfer waren zahlreich erschienen. Auch die Jugend zeigte starkes Interesse und bewies wie ausgeprägt ihr Umweltbewusstsein ist. Der Müllcontainer, den die Stadt Schwaigern kostenlos zur Verfügung stellte, reichte für die Menge des eingesammelten Abfalls nicht aus. Nach dem Einsatz wurde in gemütlicher Runde noch etwas getrunken und eine heiße Wurst gegessen...

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:::Tag des Neckars 2002:::

Am Samstag den 02.03.2002 war es mal wieder soweit. Mitglieder des Fischereivereins Heilbronn trafen sich um 7:30 Uhr unter der Autobahnbrücke in Neckarsulm, um beim alljährlichen "Neckarputzen" aktiven Umweltschutz zu demonstrieren. 52 Helfer, davon 2 Frauen und 11 Jugendliche, schafften es an diesem Vormittag den 3m³ großen Müllcontainer zu füllen. Trotz des steigenden Umweltbewusstseins in der Bevölkerung, kam immer noch genügend Müll zum Vorschein. Dies zeigt, daß auch zukünftig solche Aktionen nötig sind, um gemeinsam eine bessere Umwelt zu schaffen. Die Aktion war nach Meinung aller ein großer Erfolg für den Umweltschutz. Großes Augenmerk wurde dieses Jahr den Brombeerhecken des Osthafenufers geschenkt, die den Zugang zum Wasser langsam aber sicher zu verhindern drohten. Auch hier wurden die Helfer gemeinsam "Herr der Lage"...

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:::Aktion - Putz munter 2002:::

Bei der groß-angelegten Aktion Putz munter 2002, die am  23.03.2002 an den Ufern des Neckars in Heilbronn stattfand, nahmen auch 5 Erwachsene und 7 Jugendliche des FV-Heilbronn teil. Auch diesmal waren die Ergebnisse der Aktion nicht von der Hand zu weisen und der gesammelte Müll, wie man unschwer auf den Fotos erkennen kann, ist Beweis genug für die Notwendigkeit solcher Aktionen...


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