Fischereiverein Heilbronn e.V.

gegründet 1887

A n g e l n  -  E n t s p a n n e n  -  H e g e n  -  S c h ü t z e n  -  P f l e g e n

:::Infos zu Kormoransituation:::
(Letzte Änderung: 14.04.2011)

Kormoranproblematik: Fische sterben leise und daher leider von einem großen Teil der Öffentlichkeit unbemerkt!!! Wir möchten Sie auf dieser Seite sachlich über die wahren Hintergründe des Verschwindens und Aussterbens unserer heimischen Fischfauna informieren. Wir möchten Sie darüber aufklären, wie der Vogelschutz immer wieder versucht Politik und Öffentlichkeit mit falschen Argumenten, falschen Zahlen und falschen Argumentationen zu blenden, um den Schutz eines Vogels zu erwirken, der schon längst nicht mehr zu einer in Europa gefährdeten Art zählt, aber andere stark gefährdete Arten an den Rand ihrer Existenz treibt. Nehmen Sie sich die Zeit und informieren Sie sich hier über die Schäden, die vom Kormoran wirklich an unseren heimischen Fischbeständen verursacht werden.
Zwei Drittel (!) unserer heimischen Fischarten finden sich auf der Roten Liste der gefährdeten Tierarten in der BRD wieder. Aus gegebenem Anlass möchten wir Ihnen hier deshalb interessante Links zur aktuellen Entwicklung der Kormoransituation in Europa, Deutschland und Baden-Württemberg präsentieren. Von Fischschützern gefürchtet, von Vogelschützern gehegt sorgt dieser Vogel immer wieder für heiße Debatten. NABU und B U N D lehnen jegliche Eingriffe in Kormoranbestände strikt ab, auch wenn durch sie andere Tiere, die vor dem Aussterben bedroht sind, gefährdet werden. Die Ignoranz, die von diesen Organisationen dabei an den Tag gelegt wird, sucht seines gleichen.
Fakt ist, das die Zahl der Kormorane in den letzten zehn Jahren exponentiell gewachsen ist, das in Europa derzeit weit über 2 Mio. Kormorane existieren und das in Gewässern, wo Kormoraneinfälle stattgefunden haben, der Bestand an Fischen nachweislich eingebrochen bis erloschen ist (Fakten). Dies ist wissenschaftlich belegt und kann nicht verleugnet werden. Der Kormoran hat als geschickter Jäger in den durch Menschen veränderten Gewässern leichtes Spiel. Durch Flussbegradigungen, Ausbau für Schifffahrt und Hochwasserschutz, Abholzung der Uferrandstreifen und Eintiefung des Flussbettes sind wertvolle Gewässerstrukturen für aquatische Organismen verloren gegangen. Plätze die ihnen Schutz und Versteckmöglichkeiten bieten, sind nur noch an wenigen Stellen vorhanden. Aber die Verbesserung der Gewässerstrukturen allein reichen nicht aus, die heimischen Fischbestände so zu stärken, dass ihnen ein Überleben ermöglicht wird. Wissenschaftliche Studien haben gezeigt, dass das Anlegen von Totholzburgen und anderen Schutz bietenden Strukturen im Gewässer als Unterstand für Fische, ebenso Kormorane anlocken, die es damit noch leichter haben, die in der Burg Schutz suchenden Fische zu erbeuten. Sie finden sozusagen eine "gedeckte Tafel". Die Ergebnisse der Studie können hier nachgelesen werden.
Das nach Kormoraneinfällen ganze Gewässerstrecken "leergefressen" waren, haben zahlreiche Studien ohne jeden Zweifel belegt (Ahr/Rheinland Pfalz, Ilm/Thüringen, Zaber/Heilbronn, ...)
Die Bestände gefährdeter Fischarten, die sich allmählich zu erholen begannen, nachdem sich die Wasserqualität endlich wieder auf ein erträgliches Maß eingestellt hat, stehen nun vor einer neuen Gefahr - dem Kormoran. Entweder es gelingt uns, andere Organisationen, national wie international von der Notwendigkeit eines Eingriffs in die Kormoranbestände (besonders in den Brutgebieten) zu überzeugen, oder unsere Hege-, Pflege- und Schutzmaßnahmen, die wir jahrzehntelang für gefährdete Fischarten aufgebracht haben, waren vergebens und unsere heimischen Fische werden leise aber gewiss vollständig verschwinden...
Übrigens:
Die organisierte Fischerei in Baden-Württemberg ist anerkannter Naturschutzverband nach § 60 BNatG. Daher ist die häufig zu lesende Gegenüberstellung zwischen "Naturschützern und der Fischerei" in diversen Presseberichten nicht zielführend!
Richtig muss es heißen: "Vogelschützer und Fischschützer"...

Der Witz des Jahres 2010...

…ist sicherlich die Wahl des Kormorans zum Vogel des Jahres 2010 durch NABU und LBV (Landesbund für Vogelschutz Bayern). Eigentlich erfolgt die Auswahl der Objekte des Jahres nach der Gefährdung der Art oder ihres Lebensraumes durch den Menschen – sollte man zumindest meinen.
Da aber die Population des Kormorans seit der europäischen Unterschutzstellung im Jahre 1979 exponentiell von ursprünglich 5000 Tieren in Europa auf heute (2009) ca. 2 Millionen angewachsen ist, kann man nicht mehr von einer gefährdeten Art sprechen. Kormorane sind heute im Binnenland so häufig wie noch nie. Sie haben in der Zwischenzeit völlig neue Lebensräume erschlossen, Gebiete in denen sie historisch niemals vorgekommen sind (!) und somit erscheint diese Wahl geradezu grotesk. Allein auf dem Gebiet von Baden Württemberg wurden bereits 1999 mehr als 7000 Kormorane bei flächendeckenden Zählungen im Winter festgestellt. Mit dem Einfall der „Armee“ von Kormoranen in die Binnengewässer, erfolgte der Zusammenbruch der heimischen Fischfauna. Die vielen, durch Gewässerverschmutzung und –ausbau, bereits stark gefährdeten Fischarten, wurden und werden durch den Kormoran an den Rand ihrer Existenz gedrängt bzw. sind mancherorts bereits verschwunden. Dies kann und darf nicht im Sinne eines ausgewogenen, gleichberechtigten Artenschutzes sein. Jedem vernünftig denkenden Menschen wird bei einer objektiven Betrachtung der zahlreichen wissenschaftlichen Studien zur Auswirkung der Kormoranprädation auf die heimische Fischfauna klar, dass ein Überleben der Fische, ohne den Eingriff des Menschen in die Kormoranbestände nicht mehr möglich ist. Selbst der Vogelschutz fordert beispielsweise zum Überleben einzelner Vogelarten einen durch Abschüsse von Jägern kontrollierten Fuchsbestand. Warum soll diese Maßnahme nun bei einem Überbestand an Kormoranen nicht auch legitim sein? Zu Recht muss man sich Fragen, welche Ziele der Vogelschutz mit dieser Wahl eigentlich verfolgt. Prinzipiell hat auch der Vogelschutz erkannt, dass eine für die Umwelt verträgliche Population an Kormoranen an ihre Grenzen gestoßen ist. Würde auf der anderen Seite des Verhandlungstisches mit der Fischerei nicht das erklärte Feindbild der Vogelschützer sitzen, wäre vermutlich schon längst ein einvernehmlicher Konsens in einem europaweiten Kormoranmanagement gefunden, der dem gleichberechtigten Schutz aller betroffenen Arten gerecht wäre. Solange aber diese Blockade in den Köpfen der Verantwortlichen nicht beseitigt wird, kann es keine sachliche, emotionsfreie und zielführende Diskussion geben. Daher versucht man mit allen Mitteln seinem Feind zu schaden, sei es durch Einschüchterung seiner Verbündeter – in diesem Fall nun der Jäger – oder der bewussten Streuung falscher Informationen mit dem Ziel die Meinung der Öffentlichkeit und der Politik zu blenden. Es bleibt zu hoffen, dass diese armseligen Methoden irgendwann einmal der Vergangenheit angehören und man sich wieder seiner eigentlichen Ziele besinnt – nämlich einem gleichberechtigten Artenschutz aller Lebewesen. Letztlich verfolgt man doch die gleichen Ziele – den Schutz einer vom Menschen überbeanspruchten Natur. In diesem Sinne bleibt zu hoffen, dass die Zeichen der Zeit auch von den Vogelschützern erkannt werden, nicht dass sich irgendwann einmal in der Zukunft der NABU auf der Liste der Objekte des Jahres als eine gefährdete, vom aussterbenden bedrohte „Art“ wiederfindet…

Fotodoku Kormoranschäden

Fotodokumentation über die durch Kormoranprädation verursachten Schäden an heimischen Fischbeständen. Überzeugen sich selbst in dieser sehr eindrucksvollen Fotodokumentation über das was sich an unseren Gewässer unter der Wasseroberfläche abspielt...[pdf: 6,2mb]

Aktion Kormoran

Die Aktion Kormoran wurde vom Landesfischereiverband Baden-Württemberg e.V. ins Leben gerufen, um der Öffentlichkeit Informationen über die Kormoranproblematik zu geben. Sie erhalten ausführliche Informationen zum Thema Kormoran, zu unseren Aktionen sowie darüber, welchen Beitrag Sie selbst leisten können, um die aktuelle Lage zu entschärfen...

Kormoranverordnung 2010 BW

Hinweise zur Verordnung

Verordnung der Landesregierung zur Abwendung erheblicher fischereiwirtschaftlicher Schäden durch Kormorane sowie zum Schutz der heimischen Tierwelt (Kormoranverordnung):
Vom 20. Juli 2010  Auf Grund von § 45 Abs. 7 Satz Nr. 1 und 2 und Satz 4 des Bundesnaturschutzgesetzes (BNatSchG) vom 29. Juli 2009 (BGBl. I S. 2542) wird verordnet: § 1  (1) Zum Schutz der natürlich vorkommenden Tierwelt und zur Abwendung erheblicher fischereiwirtschaftlicher Schäden wird...

Allgemeinverfügung Lkr. Heilbronn

Beilegeblatt

Allgemeinverfügung des Landratsamts Heilbronn vom 01. September 2009 zur Durchführung der Kormoranverordnung:
I. Nach §2 Abs.1 der Verordnung der Landesregierung zur Abwendung erheblicher fischereiwirtschaftlicher Schäden durch Kormorane sowie zum Schutz der heimischen Tierwelt (Kormoranverordnung vom 4. Mai 2004) werden folgende Gewässer und  Gewässerstrecken festgesetzt, an und auf denen das Töten von Kormoranen (Phalacrocorax carbo sinensis) durch Vergrämungsabschüsse in einem Abstand von... [weiter]

Presseartikel

Kleine Auswahl zur Berichterstattung der lokalen Presse zum Thema Kormoran der letzten Jahre.

Kormoranberichte

Kormoranberichte der Fischereiforschungsstelle: Die Landesregierung erließ am 02.09.1999 die vierte "Verordnung zur Abwendung erheblicher fischereiwirtschaftlicher Schäden durch Kormorane sowie zum Schutz der heimischen Tierwelt". Sie besaß fünf Jahre Gültigkeit und trat im Mai 2004 außer Kraft. Die Landratsämter konnten auf Grundlage der Verordnung Gewässer oder Gewässerstrecken ausweisen, an denen vom 01.10. bis zum 15.03. des Folgejahres das Töten von Kormoranen zur Abwendung erheblicher fischereiwirtschaftlicher Schäden und zum Schutz der heimischen Tierwelt gestattet war. Im Berichtszeitraum 2003/2004 wurden in insgesamt 37 Landkreisen Gewässer oder Gewässerabschnitte für Vergrämungsabschüsse ausgewiesen. Hierzu hatten 23 Landkreise schon in vorangegangenen Berichtszeiträumen mehrjährig gültige Allgemeinverfügungen erlassen...

:::Links zum Thema:::
Kormoranzählung 2008

12.01.-26.01.-09.02.

Schlafbaumzählungen: Im Januar & Februar 2008 werden an 3 festen Terminen Synchronzählungen an Kormoranschlafbäumen im Landkreis Heilbronn und Nachbarlandkreisen durchgeführt. Für die Koordination dieser Zählungen ist es wichtig, daß mögliche Kormoranschlafbäume bereits jetzt schon an uns gemeldet werden. Hierfür ist Ihre Mithilfe gefragt. Bitte melden Sie uns Ihre Beobachtungen an allen Gewässern. [Mail an FV-Heilbronn]

Verband für Fischerei und Gewässerschutz in Baden-Württemberg e.V. (VFG): Kormorane und Fische - Artenschutz beginnt im Wasser! Der Fischereiverband setzt sich für eine Fortführung und Verbesserung der Kormoranverordnung ein unter dem Motto "Artenschutz beginnt im Wasser". Im Mittelpunkt steht dabei die Verantwortung für einen artgerechten Schutz der Fische und anderer Wassertiere. Im Jahr 2004 werden für Europa ca. 1.600.000 Kormorane geschätzt. Informieren Sie sich auf diesen Seiten über die ökologischen und ökonomischen Dimensionen. [weiter]

Fischschutz contra Kormoran e.V.: Um gegen die gigantische Mauer der Gesetzgebung in Deutschland etwas zu unternehmen, müssen wir eine geschlossene Front dagegen halten. Unser Vereinssitz ist in NRW, doch wir möchten deutschlandweit jeden Verein und jeden Angler ansprechen, um mit uns gemeinsam der Problematik entgegen zu treten. Wir sind unparteiisch, politisch nicht motiviert, obwohl wir wissen, dass das Problem nur auf politischer Ebene geklärt werden kann. Unser Anliegen... [weiter]

Österreichisches Kuratorium für Fischerei und Gewässerschutz (ÖKF): Das ÖKF hat eine umfassende Sammlung von Fakten und Untersuchungen zum Kormoran. In Österreich gibt es keine Stelle, wo Sie mehr zum Thema Kormoran erfahren können. Auch über den Vogel selbst und seine Lebensweise kann das ÖKF weit bessere Informationen bieten als die gängigen vogelkundlichen Bücher. Wer beim Kormoran mitreden will, muß über vier Bereiche Bescheid wissen:
- über die Fische in unseren Gewässern
- über den Kormoran
- über die Rechtslage
- über die Arbeit der Fischer und Fischereivereine
Auf unserer Kormoran-Page wollen wir Ihnen einen Überblick über die wichtigsten Fakten und die aktuellsten Entwicklungen bieten... [weiter]

Kormoranzählung
Landkreis Heilbronn Januar 2003

Keine Furcht vor großen Fischen: Gern wird von Gegnern der Kormoranbejagung behauptet, diese Vögel fräßen nur kleine oder kranke Fische. Daß dies nicht den Tatsachen entspricht weiß eigentlich jeder Angler und Fischer. Doch wie groß diese Fische sein können, dürfte auch Fachleute erstaunen. Im Frühjahr war Rolf Zimmermann mit einigen Freunden in seinem Jagdrevier in Öhringen-Möglingen zur Kormoranvergrämung unterwegs. Einer der beiden Kormorane hatte einen ungewöhnlichen dicken Hals - beim Ausstreifen stellte sich heraus, daß dieser Kormoran eine 42cm (!) lange und 1000g schwere Barbe komplett verschluckt hatte!


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