Fischereiverein Heilbronn e.V.

gegründet 1887

A n g e l n  -  E n t s p a n n e n  -  H e g e n  -  S c h ü t z e n  -  P f l e g e n

Seckach

Die Seckach entspringt bei Waldhausen zwischen den Gebieten Schwarze-Tannen-Wald und Hammelsbusch im Neckar-Odenwald-Kreis, vereinigt sich bei Adelsheim mit der wasserreichen Kirnau, tritt zwischen Sennfeld und Roigheim in den Landkreis Heilbronn ein und mündet schließlich bei Möckmühl rechtsufrig in die Jagst. Sie ist ein sommerkaltes Fließgewässer, das 15-16°C nicht überschreitet. Mit einem Einzugsgebiet von 262km², einer mittleren Breite von etwa 10-15m im Unterlauf und einer Länge von ca.28km zählt sie zu den kleineren Flüssen der I. Ordnung. Der Mittlere Niedrigwasserabfluss (MNQ) beträgt am Pegel in Sennfeld 1,15m³/s (Pegel anzeigen). Vom Steg bei der Kläranlage Roigheim bis zur Mündung in die Jagst (ca. 7km) besteht ein Höhenunterschied von etwa 21m, woraus sich ein mittleres Gefälle von 4,3% für diesen Abschnitt ergibt. Aus fischereilicher Sicht wird sie der Äschenregion zugeordnet. Der Gewässerchemie nach zählt die Seckach zu den karbonatischen Mittelsgebirgsflüssen. Die geologische Formation ist mit Muschkalk und Talkiesen anzugeben. Die Gewässergüte ist nach LfU mit Gewässergüteklasse II angegeben, d.h. der Grad der organisch abbaubaren Belastung ist mäßig. Die Seckach ist im Landkreis Heilbronn ein einzigartiges Gewässer. Kein anderes Gewässer der Forellen-/Äschenregion hat hier ein derart reiches Wasserregime bei einem entsprechenden Gefälle. Vergleichbare Bäche im Landkreis wie z.B. die Brettach, der Böllinger Bach oder Leinbach, führen deutlich weniger Wasser (1/6 bis 1/10 des MNQ´s der Seckach) und sind dementsprechend reduziert in ihren Ausmaßen und Eigenschaften. Unzählige Rauschen, aus dem Wasser ragende Felsen, eine abwechselnd kiesig-sandige Gewässersohle und glasklares Wasser sind die typischen Merkmale eines Gebirgsbaches, wie man ihn normalerweise nur im Mittelgebirge oder alpennähe vorzufinden glaubt, aber all dies findet sich auch in der Seckach. Ein stellenweise gewundener Verlauf, ausgespülte Ufer, die zu Aufweitung von bis zu 20m führen, und Versinterungen, die durch Zutritt kalkreicher Quellen zu einer Kaskade von kleineren bis mittleren Abstürzen im Gewässer heranwachsen finden sich zwischen Roigheim und Möckmühl. Die Seckach ist ein abwechslungsreiches und gut strukturiertes Salmonidengewässer, in dem alle fischereilich relevanten Habitate in großer Anzahl vorhanden sind. Sie bietet also den Fischen der Forellen- und Äschenregion hervorragende Lebensbedingungen.
Der FV-Heilbronn bewirtschaftet die Seckach auf Markung Roigheim und Möckmühl kurz vor der Mündung in die Jagst (Karte) schon seit vielen Jahren. Der 4,5km lange Teilabschnitt mit einer mittleren Breite von 14m und einer Fläche von etwa 6,3ha hat sich in den letzten 30 Jahren auch durch erheblichen Einsatz und Engagement der Mitglieder des FV-Heilbronn zu einem hervorragenden Salmonidengewässer entwickelt. Der morphologische Zustand des Gewässers ist durch menschliche Eingriffe geprägt, dennoch findet man Abschnitte die einen naturnahen Charakter aufweisen. Besonders erwähnenswert sind die zahlreichen natürlichen "Stürze", die häufigen "Schnellen" und die reich strukturierte Gewässersohle des mittleren und oberen Abschnittes der bewirtschafteten Strecke. Der Untergrund hat sowohl steinig-kiesige, wie auch sandige Bereiche mit abwechslungsreichen Strömungsverhältnissen. Die Tiefe variiert zwischen 10cm und Gumpen mit mehr als 2m Tiefe. Das Ufer ist zum größten Teil dicht mit Gehölz und Sträuchern bewachsen. Die ins Wasser ragenden Wurzeln bieten den Organismen im Fluss gute Versteckmöglichkeiten. Die an den Abschnitt angrenzenden Flächen werden überwiegend landwirtschaftlich genutzt.  Gleich vier kleine Wasserkraftwerke zur Stromgewinnung befinden sich auf den ersten vier Kilometern auf Markung Möckmühl. Im aufgestauten Oberwasser dieser Kraftwerke erreicht die Seckach Tiefen von bis zu 3m. Die Gewässersohle ist in diesen Bereichen massiv verändert und durch Ablagerung von Sedimenten aufgrund der verringerten Strömungsgeschwindigkeit das Zwischenlückensystem gestört. Stellenweise zeigt sich dort ein dichter Bewuchs submerser Makrophyten wie flutender Hahnenfuß, Quellmoos, Wasserpest, Tausendblatt und Igelkolben. Nur die ehemalige "Alte Papierfabrik" verfügt  derzeit über einen geeigneten, funktionierenden Fischaufstieg.  Die biologische Gewässergüte hat sich seit Ende der sechziger Jahre permanent durch den Ausbau der vorhandener Kläranlagen entlang der Seckach und vor allem durch den Neubau der Gruppenkläranlage Roigheim verbessert. Heute weist die Seckach eine Güteklasse von II auf, ist also mäßig belastet. Die häufigsten Fischarten sind: Bachforelle, Äsche, Elritze und Mühlkoppen. Andere Arten fehlen aufgrund der eingeschränkten Durchgängigkeit des Gewässers, da eine Wiederbesiedlung von der Jagst aus bisher nicht möglich ist.
Fischerei: Der "Flussabschnitt" (Steg Kläranlage Roigheim bis Wehr Texon) der Seckach darf in der Zeit von April bis September befischt werden. Fischereiberechtigt sind aktive Mitglieder des FV-Heilbronn, die im Besitz einer gültigen Seckach-Jahreskarte sind. Die Jahreskarte für den Flussabschnitt der Seckach kostet 30€.
Die Bachstrecke (Wehr Texon bis Wehr Valet) darf von Mai bis September von Mitgliedern, die im Besitz einer Bachkarte sind, befischt werden.
Weitere Informationen & Regelungen befinden sich auf den Fischereipapieren.

Bildimpressionen Seckach
Typische "Seckachrausche" die durch Versinterung aus dem Zufluss kalkreicher Quellen entstehen
begradigter Abschnitt Rausche
Wurzelstamm Rausche
Rausche durch Versinterung - Inselbildung (Furkation) durch Ausspülen des linken Ufer
Gewässeraufweitung durch Ufererosion tiefer Gumpen
erste Rausche oberhalb Wehr Texon
Wehranlage der Firma Texon: Grenze Fluss- / Bachfischer Blick auf Kammerfischtreppe & Leerschuss
Wehranlage Firma Texon
unterhalb Wehr der Firma Texon Oberwasser Wehr Texon
Kammerfischtreppe Wehr Texon Vegetation (Pestwurz) unterhalb Wehr Texon
verzweigter Gewässerlauf Blick bachabwärts vom Wehr Texon
Wehranlage "Alte Papierfabrik" Möckmühl - heute "Wehr Dörr"
Umgehungsgerinne Wehr Dörr Unterwasser Wehranlage Alte Papierfabrik
oberhalb Wehr Valet in Möckmühl
Wehr Valet Möckmühl
Unterwasseransichten im Bereich Wehr Dörr
kiesige Sohle, bewachsene Steine
Unterwasserwelten

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